Fair Trade und Öko Siegel & Zertifikate




TransFair e. V. / Fairtrade Labelling Organisation International (FLO-I )
Seit 1992 arbeitet TransFair in Deutschland für die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von benachteiligten Produzentenfamilien in Afrika, Asien und Lateinamerika. Durch die gerechtere Gestaltung der Handelsbeziehungen zu den Produzenten in den Ländern des Südens, soll dort die Binnenwirtschaft gestärkt und langfristig ungerechte Weltwirtschaftsstrukturen abgebaut werden. TransFair vergibt das Siegel an fair gehandelte Produkte, die in Deutschland nach den Kriterien der Fairtrade Labelling Organisation International (FLO-I) vertrieben werden.   Zu den wichtigsten Kriterien gehören der direkte Handel mit den Produzentengruppen unter Ausschluss von Zwischenhändlern, die Zahlung von Mindestpreisen, die über dem Weltmarktniveau liegen, die Zahlung von Prämien, die Vorfinanzierung sowie langfristige Lieferbeziehungen. Außerdem sollen die Betriebe möglichst umweltverträglich arbeiten.
TransFair Deutschland ist für das Marketing und die Öffentlichkeitsarbeit hierzulande zuständig. Der Umsatz fair gehandelter Waren mit dem Fairtrade-Siegel hat sich in den letzten Jahren nahezu verdoppelt: waren es 2005 noch ca. 70 Millionen Euro, konnte TransFair im Jahr 2007 auf fast 140 Millionen Euro zurückblicken. Waren mit dem Fairtrade-Siegel sind in ca. 30.000 Supermärkten und 800 Weltläden in Deutschland zu finden.
TransFair e.V. ist neben 17 weiteren nationalen Siegel-Organisationen Mitglied in der Fairtrade Labelling Organisation International (FLO-I). FLO International entwickelt die Fairtrade-Standards für die einzelnen Produkte. Einhaltung der Standards durch Produzenten prüft wiederum die  FLO-CERT GmbH. Weltweit lag der Umsatz von Fairtrade Produkten 2008 bei 2,9 Mrd. Euro.  

» www.transfair.org
» www.fairtrade.net


zertifizierte und nachhaltige Bekleidung


World Fair Trade Organisation (WFTO)
Die World Fair Trade Organization wurde 1989 als ein Zusammenschluss von Fair Handels-Organisationen unter dem Namen International Fair Trade Association (IFAT) gegründet. Im Februar 2009 erfolgte die Umbenennung in World Fair Trade Organisation. Die weltweit 270 Mitglieder sind Produzentengruppen oder Händler aus den sogenannten Entwicklungsländern, Händler aus dem Norden und Hilfsorganisationen, die im Fairen Handel tätig sind. Ziele der WFTO sind die Verbesserung von Marktchancen für benachteiligte Produzenten, die politische Einflussnahme im Welthandel und die Sicherstellung der Glaubwürdigkeit von Fair Handels-Organisationen. Die Mitglieder verpflichten sich, einen Verhaltenskodex einzuhalten, der die Partizipation der Arbeiter garantiert, ausbeuterische Kinderarbeit ausschließt, angemessene Arbeitszeiten und faire Entlohnung sicherstellt. Neben den Sozialnormen enthält der Kodex auch Bestimmungen zum Umweltschutz und dem nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen.

» www.wfto.com

zertifizierte und nachhaltige Bekleidung



Ecocert ESR (Equitable, Solidaire, Responsable)/Ecocert fair trade
Ecocert ist der größte Bio-Zertifizierer Frankreichs: 80% des französischen Bio-Marktes und 30% weltweit werden durch Ecocert kontrolliert. Mit dem Label Ecocert ESR/Ecocert fair trade werden Produkte gekennzeichnet, die nicht nur umweltverträglich hergestellt werden, sondern auch unter sozial gerechten Bedingungen produziert und gehandelt werden. In die Entwicklung der Kriterien wurde die „Definition des Fairen Handels“ des Fairtrade-Netzwerkes FINE einbezogen, die Kernarbeitsnormen der ILO (Internationale Arbeitsorganisation) und die Vorgaben der Association Française de Normalisation (Zusammenschluss der französischen Zertifizierungsorganisationen) als Grundlage genommen. Seit dem Jahr 2007 ist der Ecocert ESR-Standard durch die Plate-Forme pour le Commerce Équitable (Plattform für Fairen Handel, Frankreich) als Fairhandels-Standard anerkannt.

» www.ecocert.com


zertifizierte und nachhaltige Bekleidung


Siegel für Blumen
Flower Label Programm
Der erste Fairtrade-Standard für Schnittblumen wurde durch das Flower Label Programm (FLP) auf den Markt gebracht. Die zertifizierten Blumen müssen unter umweltverträglichen und sozial akzeptablen Bedingungen hergestellt werden. Die Kriterien für die Siegelvergabe entsprechen den Fairtrade-Standards der Fairtrade Labelling Organsation International (FLO-I).  Gegründet wurde die Organisation von Menschenrechtsorganisationen, Gewerkschaften, Blumenproduzenten und Blumenhändlern. Aktuell werden die „fairen“ Blumen in 10 Ländern Afrikas, Asien und Südamerikas angebaut und von 25 Importeuren in sieben europäischen Ländern sowie den USA verkauft.

» www.fairflowers.de



Global Organic Textile Standard (GOTS)
Der GOTS ist ein Standard für ökologisch und sozialverträglich hergestellte Textilien. Er beinhaltet neben den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) auch Regeln zur Behandlung von Bio-Fasern und umweltverträglicher Herstellung von Textilien. GOTS-zertifizierte Textilien bestehen zu mindestens 90 % aus Naturfasern und zu mindestens 70% aus kontrolliert biologischem Anbau (kbA). Dieser Standard setzt einen eindeutigen Schwerpunkt auf die ökologische Verträglichkeit der Produktion und Weiterverarbeitung von Textilien. Der arbeitsrechtliche Schutz der Arbeiter und Angestellten muss gewährleistet sein, ein eindeutig festgelegter Mindestpreis ist jedoch nicht Bestandteil der Kriterien. Die Bezahlung soll sich entweder an den jeweiligen nationalen Mindestlöhnen oder an den Lohnstandards der Industrie orientieren. Der jeweils höhere Lohn soll gezahlt werden.
Das Zertifikat vergeben die vier Mitgliedsorganisationen IVN (Deutschland), Soil Association (Großbritanien), Organic Trade Association (USA) und Japan Organic Cotton Association (Joca). GOTS versteht sich als ein Mindeststandard. Die Mitglieder der GOTS-Initiative können darauf aufbauend auch eigene Siegel weiterentwickeln.

» www.global-standard.org


zertifizierte und nachhaltige Bekleidung

IVN Best – Internationaler Verband der Naturtextilwirtschaft (IVN)
IVN Best ist ein Qualitätszeichen des Internationalen Verbandes der Naturtextilwirtschaft (IVN). IVN Best zertifizierte Textilien bestehen zu 100 % aus biologisch angebauten Naturfasern. Zusätzlich zu den Kriterien, die den ökologischen Anbau und die verträgliche Verarbeitung der Stoffe regeln, sind die Betriebe auch verpflichtet festgelegte Sozialstandards einzuhalten. Diese orientieren sich an den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und beinhalten u.a. auch die Zahlung existenzsichernder Löhne. Im Vergleich zum Fairen Handel fehlen allerdings Preisaufschläge zur Finanzierung von Entwicklungsmaßnahmen und Sozialversicherungen. In jeder Produktionsstufe wird die Einhaltung der Kriterien vor Ort von der unabhängigen Zertifizierungsstelle geprüft.

» www.naturtextil.com


zertifizierte und nachhaltige Bekleidung



Fair Wear Foundation (FWF)
Das Ziel der Fair Wear Foundation ist es, menschenwürdige Arbeitsbedingungen in der weltweiten Bekleidungsindustrie zu schaffen. Die FWF wurde 1999 in den Niederlanden von Unternehmensverbänden der Bekleidungsindustrie, den Gewerkschaften und einigen Nichtregierungsorganisationen gegründet. Durch die Zusammenarbeit mit internationalen Kooperationspartnern wird eine übergreifende europäische Zertifizierung etabliert. Bekleidungsunternehmen die dem „Arbeitsverhaltenskodex der FWF“ zustimmen können Mitglied der FWF werden. Zu dem Kodex gehört u. a. die Einhaltung der ILO Kernarbeitsnormen. Die FWF zertifiziert die Einhaltung des Kodex von der Zulieferkette bis hin zum Endprodukt.

» www.fairwear.nl


zertifizierte und nachhaltige Bekleidung

Das Europäische Umweltzeichen (kurz Euroblume) ist ein internationales Gütesiegel zur Kennzeichnung von Verbraucherprodukten und Dienstleistungen. Es wurde mit der EG-Verordnung 1980/2000/EG [1] eingeführt. Gekennzeichnet werden Konsumgüter, die sich durch besondere Umweltverträglichkeit und vergleichsweise geringe Gesundheitsbelastung auszeichnen sollen.
Die Auszeichnung wurde 1992 von der Europäischen Kommission eingeführt und wird heute eigenverantwortlich durch nationale Institute der teilnehmenden Länder vergeben.


zertifizierte und nachhaltige Bekleidung


Dachverbände der Weltläden und Initiativen in Europa
In den rund 800 Weltläden in Deutschland sowie in den Weltläden der europäischen Nachbarn  sind alle Produkte aus Fairem Handel. Lieferanten der Weltläden erhalten eine „Zulassung“ durch den jeweils nationalen Dachverband der Weltläden.
Der Weltladendachverband Deutschland (WLDV)
Im Weltladendachverband sind ca. 500 Weltläden und Aktionsgruppen organisiert. Der Verband versteht sich als Dienstleister und Interessenvertretung für die Ladengruppen, die zu einem überwiegenden Teil ehrenamtlich arbeiten.
Der ATO (Alternativ Trade Organisation)-TÜV basiert auf einer Selbstauskunft der Importorganisationen im Fairen Handel. Diese wird auf der Grundlage der „Konvention der Weltläden“ bewertet. Der ATO-TÜV wird immer wieder aktualisiert und in Form einer Lose-Blatt-Sammlung durch den Weltladendachverband veröffentlicht.

» www.weltlaeden.de


Arbeitsgemeinschaft Weltläden Österreich (ARGE WL)
Die Arbeitsgemeinschaft der Weltläden in Österreich wurde im Jahr 1982 von zwölf Dritte-Welt-Läden gegründet. Sie hatten sich zum Ziel gesetzt, die Kommunikation zwischen den Weltladen-Gruppen zu verbessern und so ihre Position auf dem Markt langfristig zu stärken. Inzwischen zählen 88 Weltläden und zwei Weltcafés in ganz Österreich zu den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft.

» www.weltlaeden.at

British Association for Fair Trade Shops (BAFTS)
Der britische Weltladen-Verband BAFTS vereint ca. 120 Weltläden sowie Groß- und Einzelhändler aus dem ganzen Land. Um ihre Mitgliedschaft zu erhalten, müssen die Läden mindestens 70% ihrer Waren nachweislich aus dem Fairen Handel beziehen, sonst droht ihnen der Ausschluss aus dem Verband. Verbraucherinnen und  Verbraucher können sich also sicher sein: wenn ein Weltladen bei BAFTS Mitglied ist, wird dort fair gehandelt! BAFTS ist selbst Mitglied im Europäischen Dachverband der Weltläden NEWS! und der World Fair Trade Organisation (WFTO).

» www.bafts.org.uk

Landelijke Vereniging van Wereldwinkels
In den Niederlanden sind ca. 400 Weltläden in einem nationalen Dachverband organisiert – der Landelijke Vereniging van Wereldwinkels. Die Organisation fördert die Kommunikation der Weltläden untereinander und betreibt Lobbyarbeit für den Fairen Handel auf internationaler Ebene.

» www.wereldwinkels.nl


Plate-Forme pour le Commerce Équitable (PFCE)
Die “Plattform für den Fairen Handel” wurde 1997 gegründet, um alle französischen Akteure im Fairen Handel zusammenzubringen. Heute sind 39 Importeure, Hersteller, politische Organisationen und Zertifizierungsorganisationen Mitglied in der PFCE, die selbst in der World Fair Trade Organisation (WFTO) vertreten ist. Die PFCE fördert den Fairen Handel und die Interessen ihrer Mitglieder durch Kampagnen und Lobbyarbeit.

» www.commercequitable.org
Weitere Informationen zum Fairen Handel in Deutschland finden Sie unter www.forum-fairer-handel.de.

zertifizierte und nachhaltige Bekleidung